Ruhrgebiet

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„Das Ruhrgebiet (auch Metropole Ruhr genannt) ist kein einheitlicher Naturraum. Es liegt im Schnittpunkt des Rheinischen Schiefergebirges, der Westfälischen Tieflandebene sowie der Niederrheinischen Ebene.“ So definiert der Regionalverband Ruhr die geografische Lage des Ruhrgebiets.

Namensgeberin für die Region war die Ruhr. In ihrem Umfeld wurde im 14. Jahrhundert zum ersten Mal Kohle abgebaut.

1738 übernahm das Bergamt in Bochum die staatliche Aufsicht über den Kohleabbau. Die zunehmenden Absatzmärkte außerhalb der Region führten zu einer rasanten Erschließung neuer Zechen. 1790 gab es bereits 900 Kleinzechen an der Ruhr. Zwischen 1841 und 1920 breitete sich der Bergbau über die Emscher nordwärts bis zur Lippe aus.

Durch den Einsatz der Dampfmaschine nahm der Bergbau zu Anfang des 19. Jahrhunderts eine rasante Entwicklung. Innerhalb von 75 Jahren wuchs die Bevölkerung bis 1925 von 400.000 auf 3,8 Mio. Menschen. 1950 waren knapp eine halbe Million Menschen im Bergbau beschäftigt,. Bis 1957stieg die Zahl auf über 600.000, gefördert wurden 149mio. Tonnen Steinkohle.

Dann begann die Kohle-Krise. Absatzschwierigkeiten in der Stahlindustrie, preiswertes Erdöl und Importkohle führten dazu, dass 1963 13 Zechen geschlossen werden mussten. Weder Streiks, noch Menschenketten oder Fackelzüge konnten während der folgenden Jahren die Schließung weiterer Standorte verhindern. Seit Ende 2008 sind nur noch vier Bergwerke in Betrieb: Bergwerk Ost in Hamm, Bergwerk West in Kamp-Lintfort, sowie Auguste Victoria in Marl und Prosper Haniel in Bottrop.

Zusammen mit den Bergwerken RAG Anthrazit Ibbenbüren, dem Bergwerk Saar und der Kokerei Prosper in Bottrop sind sämtliche verbliebenen Aktivitäten des Steinkohlebergbaus in der RAG Deutsche Steinkohle AG mit Sitz in Herne gebündelt.

Heute sind die verbliebenen Hochöfen, Gasometer und Fördergerüste stolze Zeugen der industriellen Vergangenheit des Reviers. Viele von ihnen stehen unter Denkmalschutz, kulturelle Einrichtungen schenken ihnen neues Leben, Kreativunternehmen finden dort ein neues Zuhause.

Paradebeispiel dafür ist die Zeche Zollverein in Essen. 1986, am 23. Dezember, schloss die letzte Essener Zeche ihre Tore. Als 1993 dann auch die Kokerei geschlossen wurde, ging eine Ära zu Ende. Am 14. Dezember 2001 wird Zollverein in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. 800.000 Besucher kommen im Jahr nach Zollverein, 1.000 Arbeitsplätze sind bisher entstanden und: Zollverein ist das Symbol für die Kulturhauptstadt 2010.

Natürlich ist Zollverein auch einer der 25 Ankerpunkt der „Route der Industriekultur“ – ein Projekt des Regionalverbands Ruhr, das zwischen 1989 und 1999 zur Förderung des Tourismus im Ruhrgebiet entstand.

Die „Route der Industriekultur“ führt zu 15 Panoramen (Aussichtspunkte, zumeist auf Halden), zu 13 bedeutenden Siedlungen und zu 25 Ankerpunkten (technisch oder sozialgeschichtlich bedeutende Erlebnisorte). Wer also glaubt, das Ruhrgebiet sei mit der Kohle-Krise gestorben, der irrt. Das Ruhrgebiet lebt – und wie!




Route der Industriekultur - Ankerpunkte:

Zeche Zollverein - Kokerei Zollverein - Jahrhunderthalle Bochum - Deutsches Bergbau-Museum - Chemiepark Marl - Altes Schiffshebewerk Henrichenburg - Zeche Zollern - DASA - Kokerei Hansa - Maximilianpark - Lindenbrauerei - Hohenhof - Freilichtmuseum - Zeche Nachtigall - Henrichshütte - Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen - Villa Hügel - Aquarius Wassermuseum - Innenhafen Duisburg - Museum der Deutschen Binnenschifffahrt - Landschaftspark Duisburg Nord - LVR Industriemuseum - Gasometer Oberhausen - Nordsternpark

Route der Industriekultur - Panoramen der Industrielandschaft:

Halde Rheinelbe, Gelsenkirchen - Halden Hohenward/Hoppenbruch, Herten - Halde Schwerin, Castrop-Rauxel - Halde Großes Holz, Bergkamen - Kissinger Höhe, Hamm - Fernsehturm Florian, Dortmund - Hohensyburg, Dortmund - Berger-Denkmal auf dem Hohenstein, Witten - Halde Rheinpreußen, Moers - Halde Pattberg, Moers - Alsumer Berg, Duisburg - Halde Haniel, Bottrop - Tetraeder, Bottrop - Halde Rungenberg, Gelsenkirchen - Halde Schurenbach, Essen

Route der Industriekultur - Bedeutende Siedlungen:

Flöz Dickebank, Gelsenkirchen - Dahlhauser Heide, Bochum - Teutoburgia, Herne - Alte Kolonie Eving, Dortmund - Ziethenstraße, Lünen - Lange Riege, Hagen - Altenhof II, Essen - Rheinpreußen, Duisburg - Alt-Siedlung Friedrich Heinrich, Kamp-Lintfort - Eisenheim, Oberhausen - Gartenstad Welheim Bottrop - Schüngelberg, Gelsenkirchen