Franz Sales Haus
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1884 wird in Essen die Gründung einer katholischen Anstalt für geistig beeinträchtigte Kinder beschlossen. Der erste Direktor des Hauses, Hermann-Josef Ochs, hatte die Idee, diese Kinder auf der Basis besonderer Lehrpläne zu unterrichten. Am 10. November beziehen 22 Kinder das damals leerstehende Klostergebäude der B.M.V. (Beatae Mariae Virginis, übersetzt: Unserer Lieben Frau) – die höhere Mädchenschule und Volksschule war aufgrund der Bismarcksen Gesetze zu diesem Zeitpunkt geschlossen. Die Schwestern der heiligen Elisabeth übernehmen die Pflege der Kinder.
Kaiser Wilhelm II. sichert im Jahr 1889 die Zukunft der Einrichtung, indem er ihr die Rechte einer juristischen Person verleiht. Diese Rechte sind die Voraussetzung, um notwendige Ländereien zu erwerben, auf denen ein neues Gebäude errichtet werden kann. Im April 1892 können die inzwischen fast 200 Kinder und 18 Ordensschwestern ihr neues Heim beziehen. Der heilige Franz von Sales wird Patron und Namensgeber der Einrichtung, die sich bis heute hinter der historischen Fassade an der Steeler Straße im Essener Stadtteil Huttrop befindet.
Im Laufe der Zeit sind 20 weitere Standorte für Wohnheime und Werkstätten hinzu gekommen. 1.500 Menschen finden hier nicht nur Unterkunft und Betreuung, sondern auch Förderung ihrer individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen. In der hauseigenen Bäckerei, der Druckerei, der Wäscherei oder auf dem Bauerhof lernen und arbeiten sie gemäß dem Grundsatz: „So viel Eigenständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig.“
800 Mitarbeiter sind im Franz Sales Haus tätig. Sie arbeiten im Pflegebereich, im Bildungsbereich, in der Verwaltung, im Sportzentrum, in den technischen Einrichtungen, den Werkstätten und den Bildungs- und Qualifizierungseinrichtungen.

