Erzengelwurz

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Erzengelwurz (Angelica archangelica). Pflanze wird bis zu 2 m hoch, der Stängel am Grund kann armdick werden. Dolden sind 20‑40 strahlig, 8-15 cm im Durchmesser und halbkugelig ausgebildet. Blüte ist grünlich weiß oder gelblich. Heimat: Nördliche Hemisphäre, Skandinavien. Foto: Kemnader See, 1997.

Die Erzengelwurz (Angelica archangelica) ähnelt der Herkulesstaude und ist ein herausragendes Heilkraut. Sie kam aus der nördlichen Hemisphäre zu uns. Die ältesten Daten über Erzengelwurz stammen aus Skandinavien. Im 10. Jahrhundert wird berichtet, brachten Wikinger wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum, die Pflanze dorthin. In Mitteleuropa erschien sie im 12. Jahrhundert als Kulturpflanze in den Klostergärten.

Seit dem 15. Jahrhundert erfreute sie sich in Europa großer Beliebtheit und wurde damals ein hochgeschätztes Heilkraut. An vielen Stellen hat man auf großen Flächen in Angelika-Gärten die Pflanze gezüchtet. Aus dem Extrakt der Pflanze wurden Medikamente zur Heilung vieler Krankheiten zubereitet. Angelikabranntwein mit Kampferzusatz brachte beispielsweise unseren Vorfahren Schmerzlinderung, wenn sie unter rheumatischen Erkrankungen litten. Die Erzengelwurz ist noch heute eine sehr begehrte Heilpflanze. Im mittleren Ruhrtal ist Angelica archangelica ausgewildert und an einigen wenigen Stellen zusehen. Einer Sage nach hat sie den Namen Erzengelwurz bekommen, weil ein Engel die Heilkraft dieser Pflanze einem Einsiedler gezeigt haben soll.